Zu Abschnitten auf dieser Seite:

  • Kinobesuch - Wirtschaftlichkeit - Förderung
  • Video-on-Demand
  • Dokumente
  • Statistiken


    Kinobesuch / Wirtschaftlichkeit / Förderung

    Die gewerbliche Auswertung von Film im gewinnorientierten Kino sinkt, gleichzeitig wächst der 'alternative' Bereich und steigt der Bedarf an kulturellen Qualitätsangeboten
    Die Kinobesuche in Deutschland sind im Zeitraum 2012 bis 2017 von 132 Mio. auf 118 Mio. verkaufte Eintrittskarten gesunken. In den fünf Jahren davor um 8% (Quelle: FFA). Gründe für die Rückgänge sind das geänderte Nutzungsverhalten beim Konsum von Unterhaltungsangebote für Jugendliche durch die Digitalisierung und die Qualität des Mainstream-Kinoangebots.

    Während sich die gewinnorientierte Auswertung von Film im Kino im freien Fall befindet, steigen die Besucherzahlen im Bereich der nicht-gewerblichen Auswertungen (Kommunale Kinos, Filmclubs, Museen, Ausstellungen). Einer Erhebung der FFA zufolge ist der nicht gewinnorientierte, „alternative“ Bereich der Filmauswertung enorm angewachsen.
    Es gibt einen zunehmenden Bedarf an Qualitätsangeboten, an kultureller Filmvermittlung und zivilgesellschaftlicher Partizipation im öffentlichen Raum Kino.

    20.09.19 Laut FFA ist in der neuen Studie Programmkinos das auffälligste Ergebnis, dass Arthouse- und Programmkinos im Gegensatz zum Gesamt-Kinomarkt im Jahr 2018 praktisch keine Umsatz-Einbußen hinnehmen mussten.

    Wirtschaftlichkeit deutscher Filme
    Abhängig von jährlichen Schwankungen erreichen nur ca. 2 - 3 Prozent aller deutschen Produktionen den so genannten Break Even, d.h. den Punkt, an dem die Herstellungskosten durch die Einnahmen gedeckt sind.
    Die Rückzahlungsquote aller Förderungen liegt im Durchschnitt bei 7 Prozent
    Quelle: http://cultureglobe.de/tendenz.pdf (verwaister Link)

    Förderfolge: "Qualen nach Zahlen"
    Die Zahlen, die das Verhältnis von Fördergeldern und Kinobesuch dokumentieren, belegen, dass 2018 gering geförderte, künstlerische Filme deutlich besser abgeschnitten haben als hochsubventionierte Mainstream-Filme, wenn man den Quotienten aus der Fördersumme in Relation zur Zuschauerzahl zur Bewertung nimmt.
    »Da wird auf einmal Wim Wenders’ „Papst Franziskus“ zum erfolgreichsten Film des Jahres, der 400.000 Euro Förderung erhielt und von 488.000 Zuschauern gesehen wurde, was einem Quotienten von 0,82 entspricht (...)
    Vollends grotesk werden die Fehlkalkulationen bei Filmen wie „Drei Zinnen“ (Quotient 103,38 bei immerhin 1,1 Millionen Euro Förderung) und bei dem Actionfilm „Renegades – Mission of Honor“, in den 5,6 Millionen Euro flossen, was bei 17.000 Zuschauern einen Quotienten von 329,3 ergab.« (Peter Körte, Frankfurter Allgemeine, 5.1.2019)
    s.a. Rubrik Meinung Groteske Fehlkalkulationen



    Video-on-Demand
    VoD Marktanteil
    Video-on-Demand als Hauptkonkurrent anderer Auswertungskanäle?
    Der Anteil von Video-on-Demand am audiovisuellen Markt ist im Vergleich zu anderen Distributionswegen wie Fernsehen, Kino (6%) oder die physische Verbreitung von Filmen noch relativ klein (3%). Aber die Dynamik[1] liegt ganz eindeutig auf der Seite von VoD-Angeboten, denn die jährlichen Wachstumsraten sind hier den anderen Sektoren deutlich überlegen.
    Quelle: [1] »Representing in 2016 only 3% of the EUR 111,4 billion audiovisual market in the EU, on-demand pay services are still relatively small compared to other markets. BUT the dynamic is on their side as year-to-year growth rates are tremendously superior to the other AV markets, and this still for a foreseeable future with the launches of new on-demand services and increased consumer adoption.« (Overview – The EU VOD market Facts & Figures, Christian Grece, EUROVOD Venice September 2018, European Audiovisual Observatory)

    Eine Studie der FFA zeigt aber, dass 55 Prozent aller SVoD-Streaming-Nutzer auch ins Kino gehen und nur zehn Prozent 'reine Streamer' sind. Quelle: Der Kinobesucher 2018 (pdf, S. 72 + S. 77). Die Kinoaffinität der VoD-Nutzer wird auch von einer neuen amerikanischen Studie, in der 7 Jahre lang 1,25 Mio Zuschauer befragt wurden, unterstützt: PostTrak Report von Comscore USA 2019.



    Dokumente

    Fakten und Thesen zum kulturellen Kino
    18Fakten-und-Thesen_Kinokulturfoerderung.pdf (R.W. Wolf, 10/2018)
    Zukunftsprogramm Kino – Positionen der Kommunalen Kinos
    zukunftsprogramm-kino-bkf.pdf (Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V., 11/2018)
    Stellungnahme zur Novellierung des Filmfördergesetzes (FFG) 2022
    BkF-Stellungnahme-FFG2022 (Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V., 04/2019)
    Vorschläge für eine kulturelle und wirtschaftliche Filmförderung
    Konzeptpapier für Film- und Medienforum RLP (R.W. Wolf 05/2013 / bearbeitet 08/2018)



    Statistiken

    Film-, Fernseh-, Kino-Beschäftigte in Rheinland-Pfalz
    Laut Arbeitsagentur waren 2018 in Rheinland-Pfalz 801 Personen im Wirtschaftszweig 591 (Herstellung von Filmen und Fernsehprogrammen, deren Verleih und Vertrieb; sowie Kinos) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon arbeiten 470 in Vollzeit, 331 in Teilzeit, sind 485 Männer und 316 Frauen, sind 458 Fachkräfte und 71 Helfer.
    Quelle: Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen (09/2018)
    Beschäftigte im Kultursektor in Rheinland-Pfalz
    2016 waren in Rheinland-Pfalz etwa 7.700 Personen sozialversicherungspflichtig im Kultursektor beschäftigt. Quelle: Arbeitsagentur (s.o.)
    "Während Ende 2016 rund 16 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausschließlich geringfügig oder kurzfristig beschäftigt waren, lag der Anteil der ausschließlich geringfügig oder kurzfristig Beschäftigten, die eine kreative, künstlerische oder unterhaltende Tätigkeit ausführen, bei 21 Prozent." (Dr. Marco Schröder, Eine Kulturstatistik für Rheinland-Pfalz, Statistische Monatshefte Rheinland-Pfalz 01/2018)
    Anzahl der steuerpflichtigen Filmproduzentinnen und -produzenten
    Laut Spartenbericht gab es 2013 (neue Daten liegen noch nicht vor) in Rheinland-Pfalz 307 steuerpflichtige Filmproduzentinnen und -produzenten. Im Ländervergleich lag RLP damit an neunter Stelle (Spitze: Berlin, Bayern je ca. 2.500; unten: Mecklenburg-Vorpommern 55, Bremen 64).
    Quelle: Umsatzsteuerstatistik, ausgewertet vom Arbeitskreises Kulturstatistik des Statistischen Bundesamts (Destatis)
    Anzahl der EinwohnerInnen je Kinositzplatz in RLP
    Laut Filmförderungsanstalt (FFA, Kinoergebnisse 2018) mussten sich 2018 in RLP 120 EinwohnerInnen einen Kinositzplatz teilen. Im Ländervergleich lag RLP damit an erster Stelle mit den wenigsten Kinositzplätzen pro Einwohner im Bundesvergleich.
    Anzahl der öffentlichen Kulturausgaben je EinwohnerIn in RLP
    Laut neuestem Kulturfinanzbericht (Statistisches Bundesamt, 2018) lag RLP im Jahr 2015 mit 64,33€ pro EinwohnerIn im Ländervergleich am untersten Ende (Durchschnitt 108,03 €).

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