Fr, 18. Juni, 19 Uhr
Während der Japan-Woche 2010 werden Werke von Künstlern aus Japan und Europa mit Japan-Bezug ausgestellt. Beteiligt sind Mami Chihara (Tokio) mit Fotografien, Takuya Dairiki (Osaka) mit Holzschnitten, Tomoe Kawashima (Sapporo) mit Kleinskulpturen. Außerdem Zeichnungen von Christiane Schauder und Fotografien von Yumi Machiguchi.
Zum Film »HAND SOAP«
Zum Film »On a Wednesday Night in Tokyo«
In der Kunstfoto-Aktion der japanischen Künstlerinnen Mami Chihara und
Yumi Machiguchi geht es um Beziehungen zu Menschen. So zeigt
Mami Chihara ihre Fotoreihe Man and the Baby und fotografiert Eltern mit ihren Kindern.
Zum Film »Nikotoko Tou«
Zum Film »Alice, Down the Rabbit-Hole (Dark Märchen Show!!)«
Yoko Tawada lebt seit 1982 in Deutschland und schreibt in japanischer und deutscher Sprache. Tawada kam 1979 zum ersten Mal mit der transsibirischen Eisenbahn nach Deutschland und wohnt seit 1982 in Hamburg. Er bekam 1996 den Adelbert-von-Chamisso-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste verliehen.
Gezeigt werden Filme der Gruppe DOME. DOME ist ein Zusammenschluss von jungen Animationskünstlern, die fast alle am Image Forum Institute of Moving Image in Tokio studiert haben. Viele der Dome Mitglieder stehen zwar erst am Anfang ihrer schöpferischen Arbeit als Animationskünstler, doch ihnen gelingt in ihren unabhängig produzierten Filmen bereits eine meisterliche Kombination aus digitalen und analogen Techniken. Die Produktionen reflektieren im Detail die Gedanken- und Gefühlswelt der Künstler und führen in laute, ungezügelte Traumwelten junger japanischer Nachwuchstalente.
Außerdem im Programm der bereits legendäre Animationsfilm HITOKUI-YAMA (MAN-EATER MOUNTAIN) von Naoyuki Niiya über den Fall eines Serienmörders – ein nicht ganz jugendfreies Feuerwerk von grotesk-bissigem Humor: Polizeiinspektor Haido untersucht in einem kleinen Dorf den Fall eines verhafteten Serienmörders. Zur Beweisaufnahme wandert er mit Assistenten, dem wahnsinnigen Mörder und der Schwester einer Ermordeten zum berüchtigten „Man-eater Mountain“. Doch statt der erhofften Beweise finden sie etwas, das alle Vorstellungskraft sprengt (Bild rechts).
Mo, 21. Juni, 20:30 Uhr
Höhepunkt des Programms ist »Super Documentary: Zen‘ei-senjutsu (Super Documentary: The Avant-Garde Senjutsu)« des junggebliebenen
Di, 22. Juni, 20:30 Uhr
Biografie: Geboren 1974 in Wien, japanische Staatsbürgerschaft, aufgewachsen in Deutschland, momentan wohnhaft in München. Nach Abschluss des Abiturs in Karlsruhe 1994, mehrere Praktikas und Jobs in Theater- und Filmproduktionen. Mitbegründung der Filmwerkstatt Karlsruhe 1996. Von 1999 bis 2003 Filmvorführer in München. Seit 2000 tätig als Japanisch/Deutsch Übersetzer u.a. Untertitel für diverse japanische Filme und Animes. Seit 2001 freier Avid Cuter und Dokumentarfilmer.
Japan-Woche / Rahmenprogramm
• Ausstellungseröffnung
Mit Werken von 5 Künstlern aus Japan und Europa. Musik (jap. Folkpop): The Jersey’s
Gast aus Japan: Mami Chihara u.a.
Ort: Grande Salon, Institut Français (die Ausstellung ist außerdem während der ganzen Japan-Woche im CinéMayence zu sehen)
Fr, 18. Juni, 20:30 Uhr
Japan-Woche / Eröffnungsfilmprogramm im CinéMayence
• Kurzfilme und Videos
Im Eröffnungsprogramm im CinéMayence werden unter anderem gezeigt: HAND SOAP – ein neuer Animationsfilm von Kei Oyama, der gerade den Preis der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen 2010 gewonnen hat, Das Anime JYO-KYO MONOGATARI von Taku Furukawa und Rainer Komers‘ poetisches Porträt der Stadt KOBE sowie das mehrfach preisgekrönte Video ON A WEDNESDAY NIGHT IN TOKYO des Videokünstlers Jan Verbeek.
Gäste: Rainer Komers und Michael Klöfkorn sind anwesend!
Animationsfilm von Kei OYAMA, Japan 2009, Video, 16 min, ohne Dialog
Eine ruhige und beunruhigende Geschichte über einen Jungen in der Pubertät und seine Familie.
»Der japanische Animationsfilm Hand Soap findet mit seinen außergewöhnlichen Techniken beeindruckende Bilder für die körperlich-seelischen Erfahrungen eines pubertierenden Jungen« (aus der Begründung für den Preis der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen 2010).
Seite des Filmemachers (jap/engl): www.keioyama.com
Zum Film »Jyo-Kyo Monogatari (Tyo Story)«
Anime von Taku Furukawa, Japan 1999, 14 min, OmU
In diesem Film werden das gegenwärtige Tokyo und Japan beschrieben. Grundlage ist der Film "Tokyo Story" von Yasujiro Ozu, den der Regisseur in seiner Jugendzeit gesehen hat.
Seite des Filmemachers (jap/engl): http://takufurukawa.jp/
Zum Film »KOBE«
Dokumentarfilm von Rainer Komers, Ton: Michel Klöfkorn; D/J 2006, 45 Min, ohne Dialog
Stadtporträt: Eine Komposition von Bildern und Geräuschen, die völlig auf Kommentare oder Interviews verzichtet. Ob alltägliches Geschehen oder kleine Freuden der Freizeit, der Film erlaubt einen sehr nahen Blick auf das urbane Leben in einer der See verbundenen Stadt.
Zu sehen sind zum Beispiel Fischauktionen in lärmenden Großmärkten, Karaoke-Gesang in privaten Wohnzimmern oder Angler unter pazifischer Sonne in der japanischen Küstenmetropole.
Bio: Rainer Komers, geboren 1944, Meisterschüler der Kunstakademie Düsseldorf, arbeitet seit 1981 als freier Filmemacher sowie als Kameramann für die renommierten Dokumentaristen Klaus Wildenhahn und Peter Nestler.
Filminfo: www.ag-kurzfilm.de/
Jan Verbeek, D 2004; 5:30, Beta SP, ohne Text
In einer Einstellung auf einer U-Bahn-Station in Tokyo gedreht, vermittelt das Video bis an den Rand des Unerträglichen das Unvermeidbare: unglaubliche Menschenmassen drängen in eine abfahrbereite U-Bahn...
Bio-/Filmografie geb. 1966 in Bonn; 1989-96 Studium der freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf; seit 1989 internationale Festival- und Ausstellungsbeteiligungen sowie Einzelausstellungen mit Video- und Klang-Installationen.
Homepage von Jan Verbeek: www.janverbeek.de
Sa, 19. Juni, 16 - 18 Uhr
• Kunstfoto-Aktion
„Mann und Baby“ von Mami Chihara & „Hautnah“ von Yumi Machiguchi
Yumi Machiguchi fotografiert in ihrer Aktion Hautnah die Vereinigung der japanischen Kalligrafie auf der sinnlichen Haut.
Interessierte, die sich gern von den Künstlerinnen fotografieren lassen möchten (mit Baby oder mit Kalligrafie:-), können sich unter kino@cinemayence.de anmelden.
Sa, 19. Juni, 20:30 Uhr
Mittellange Spielfilme / Premieren
• »Nikotoko Tou (Nikotoko Island)«
• »Alice, Down the Rabbit-Hole (Dark Märchen Show!!)«
Das Programm besteht aus zwei mittellangen Filmen: Zunächst der Spielfilm NIKOTOKO TOU mit Dairiki, Kei und Miura auf einer exotischen Insel ... Die drei Protagonisten sind zugleich die Macher dieses Films: Künstlerfreunde, die seit ihrer Kindheit zusammenarbeiten. Ihr neuer Film war in Europa bislang nur auf dem Festival in Locarno zu sehen.
Der zweite Film ist sogar eine internationale Premiere: ALICE, DOWN THE RABBIT-HOLE von Mari Terashima.
Spielfilm von Takuya Dairiki & Takashi Miuri, Japan 2008, Video, 47 Min
(Deutschland-Premiere / Int. Premiere Locarno Filmfestival 2009)
INHALT: Dairiki, Kei und Miura nehmen ein Schiff zu einer Insel. Sie wandern durch Wälder und die felsige Landschaft. Sie finden einen Stein, der einem menschlichen Gesicht ähnelt – ein Bewohner der Meerestiefe. Während die Drei ihre Wanderung und Gespräche fortsetzen, geschehen weitere mysteriöse Dinge ... (gedreht in Kagoshima, Miyazaki, Nara)
Bio: Die Ko-Regisseure, geb. 1980 in Osaka, sind seid ihrer Kindheit Freunde. Sie machen zusammen Kunsst, drehen Filme, schreiben Drehbücher, Fotografieren und Schauspielern. Dairiki ist als Holzschnitt-Künstler u.a. Preisträger des Takei Takeo Kinderbuch Illustrations-Preises. Miura ist als Fotograf Preisträger des Esquire Digital Photography Preises 2006)
(Internationale Premiere)
Spielfilm von Mari Terashima, Produktion: Aichi Arts Center, Japan 2010, 58 min.
Die Dark Märchen Performer mit ihren fantastischen Kostümen entführen uns in Anlehnung an Alice im Wunderland in einen Fin-de-siècle-Salon – eine Mischung aus Modeschau, altem Zirkus und Geheimclub.
Bio: geb.1965, "Midorimuchi" 1.Prize Image Forum, Tokyo
Seite der Filmemacherin: http://honey-terashima.net/
So, 20. Juni, 16 – 18 Uhr
• Lesung
Japanische Literatur (Texte von Kenji Miyazawa & Yoko Tawada)
Gelesen und präsentiert von Friederike Bülig
Kenji Miyazawa ist in Japan ein gern gelesener Autor von Gedichten und märchenhaften Erzählungen, die vom Shintoismus beeinflusst wurden. Er kommt aus der Region Iwate, mit der Rheinland-Pfalz eine Partnerschaft pflegt.
So, 20. Juni, 20:30 Uhr
• Animations- & Kurzfilme I
Filme: »Geographic Score« von Hou Nakao; »Pattern« von Miyuki Okuyama; »Vermillion« von Yusuke Morishita (Bild rechts); »Sketchbook vol. 1« von Yurio; »The Promise of the Man at the Window and the Woman on a Prairie« von Miku Kogawa; »John« von Mitsuo Toyama; »Doroningen« von Masahiro Ohsuka; »Scenery of Loneliness« von Kuniko Shimono; »I am here von Kanadu«; »Tale of Letter« von Ryo Orikasa; »The Source of Myself« von Nanae Hashimoto; »A Labyrinth of Residence« von Naska Saito; »Tokyo minced Meat« von Yuichiro Aramaki; »Adom Kadamon« von Masahiro Ohsuka; »The Last Train« von Mana Fujiy.
Filmseite der Produktion: http://ketsuriki.com/film/hitokui.html
• Animations- & Kurzfilme II
Gezeigt werden unter anderem: »Densen« von Anna Linder (S) – ein Experimentalfilm, der in Japan entstand;
Die Videokunstarbeit »The World« von Yasunori Oya und der Spielfilm »Henako« von Aoki Katsunori über eine junge Frau, die beim Gehen immer nur nach unten schaut ...
exzentrischen Altmeisters Katsu Kanai. Der Film dokumentiert witzig und wahnsinnig den Alltag seines Alter Egos und stellt eine Herausforderung an die junge Generation dar. Er erhielt dafür bei den 50. Kurzfilmtagen Oberhausen den FIPRESCI-Filmkritiker-Preis. Funky, funky, funky ...
Blog von Katsu Kanai: www.hinocatv.ne.jp/~katsu/
• »Die Ryozanpaku«
Doku-Feature von Mario Hirasaka, Video, 63 Min, D/J 2008, OmenglU
Tokio ist eine der größten Metropolen der Erde mit etwa 12 Mio. Einwohnern. Etwa 10000 davon sind obdachlos.
Der Film schildert die Situation der ‚Ryozanpaku’ – einer Obdachlosenkolonie von etwa 100 Bewohnern in einem öffentlichen Park mitten im Herzen von Tokio.
Der Name leitet sich von einer alten chinesischen Volkslegende ‚Die Rebellen vom Liang-Shi Moor’ (auf japanisch Ryozanpaku) ab. Ein Name, der vom Bürgermeister der Kolonie, einem einst gut verdienenden Immobilienmakler, stammt. Neben ihm gibt es einen Koch, einen Friseur und eine insgesamt gut funktionierende Infrastruktur innerhalb der Gemeinschaft.
Ob die Bewohner der Ryozanpaku voller Stolz ihre selbstkonstruierten Behausungen zeigen, oder offen über ihre Lebensumstände erzählen, allen ist gegeben, dass sie sich nicht unterkriegen lassen und noch Ziele für die Zukunft haben.
Der Film erhielt beim 25. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest den Goldenen Schlüssel für die beste dokumentarische Nachwuchsarbeit. Aus der Jury-Begründung: Mit ‚leisem’ Blick auf die Situation der Obdachlosen in Tokio betont der Film die ungewöhnliche Form ihrer Selbstorganisation, ohne Politik und Gesellschaft aus der Verantwortung zu entlassen.
Mi, 23. Juni, 18:30 Uhr
Wettbewerb mit Publikumspreis
• Deutsch-japanischer Kurzfilmabend
Filme zum Thema „Grenzen“
Gezeigt werden drei japanische Kurzfilme und zwei Filme von Mainzer Studenten zum Thema Grenzen. Zum Teil werden die Regisseure anwesend sein. Das Publikum kann seine Meinung über die gezeigten Filme abgeben und entscheidet über zwei Preise, die verliehen werden.
Zum Programm gehören der Animationsfilm »Paper Work« von Taku Furukawa (Bild oben), das Filmemacher-Porträt »Kiyoshi Kurosawa« von Mario Hirasaka und »Corbusier Situations« von Aki Nagazawa. Außerdem aus Mainz: Die amüsante Kurzdokumentation »Der König der Statisten« von Michael Schwarz über einen Statisten und Autogrammjäger (Bild rechts)
und der rätselhaft-unheimliche Thriller »Pilú –das andere Leben« von Sebastian Linke (Bild unten).